Dave's dream of cycling the world coming true... This time, he didn't only drag along a trailer with his Sitar - but also me!

Mittwoch, 9. Juli 2014

Rumänien

Donnerstag, 26. Juni:
Warten auf die Fähre mit einem Motorradfahrer aus Schottland. Die Donau bildet die Grenze zwischen Bulgarien und Rumänien.
With a motorcyclist from Scotland, we are waiting for the ferry. The Danube river is the border between Bulgaria and Romania.
Einen halben Kilometer noch, dann können wir endlich wieder was lesen!
Half a kilometre left before we can finally read things again!

Auszug aus Gerds Reiseführer: Ein paar Brocken Rumänisch schaden überhaupt nicht, auch wenn man mit Spanisch, Englisch und ein bisschen Italienisch problemlos durchkommt.
Excerpt from Gerd's tour guide: A few words in Romanian cannot hurt even though you get by pretty well with Spanish, English and a little Italian.
Wir fahren nur etwa fünf Kilometer weiter nach Bechet, wo wir uns ein Hotelzimmer nehmen um den Kuhdreck abzuwaschen (nächtliche Zeltstangenreparatur gestern mit Gerd).
We only ride another five kilometres to Bechet where we take a hotel room in order to wash off the cow poop (tent pole repair action last night).
Und auf Anfrage können wir sogar unsere Wäsche waschen, wunderbar! Dass der Trockner nicht mehr funktionstüchtig ist, erfahre ich allerdings erst nach dem Abendessen, so dass wir unsere mitgebrachte Wäscheleine auspacken müssen. Natürlich wird das Zeug in der Nacht nicht trocken, und so sitzen wir unvorhergesehen den ganzen Tag in Bechet fest. Naja.
On request we can even wash our laundry, awesome! I only learn about the broken dryer after dinner so that Dave and I have to find hooks in our room for the washing line. Of course the stuff doesn't dry during the night so we're stuck in Bechet for a full day. Hmpf.


Gefahrene Strecke: 26,72 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,23 km/h
Nachtlager: Hostel in Bechet


Samstag, 28. Juni:
Gut gemacht, Rumänien! Fahrradfreundliche Kilometersteine mit Straßennummer und korrekten Entfernungsangaben. Alle tausend Meter. Da könnten sich andere Länder mal ein Scheibchen abschneiden!
Well done, Romania! Cycling friendly kilometre post stones with highway number and correct distances. Every one thousand metres. I wish other countries would take a leaf out of this book!

Ab sofort geht es nur noch bergauf, denn die Donau ist der niedrigste Punkt unserer Reise, nachdem wir die Mittelmeerküste hinter uns gelassen haben. Wir fahren durch viele kleine Bauerndörfer, zwischen Mais-, Getreide- und Sonnenblumenfeldern auf einer ruhigen Landstraße dahin Richtung Caracal. Heute habe ich beim Schalten größere Probleme, deshalb setzt mir Dave an einer Tankstelle den neuen Schaltzug ein, den wir in Thessaloniki gekauft haben.
From now on, it's all uphill because since we left the Mediterranean Sea behind, the Danube river is the lowest point on our journey. We ride through many little farm villages, between corn, crops and sunflower fields on a quiet rural road towards Caracal. I have trouble with my shifting today so Dave installs the new shifter cable we bought back in Thessaloniki.
Auffällig sind diese silberglänzenden Blechdächer auf vielen Häusern. Ganz schlau geworden sind wir noch nicht, aber angeblich sollen sie für den guten Draht "nach oben" hilfreich sein…
We notice that many buildings have these shiny silver tin roofs. We're not quite sure yet but apparently, it has something to do with being on good terms with "above"...
Solche Betonzäune sind ebenfalls sehr beliebt hier. Es gibt sie in etwa sechs verschiedenen Mustern, oder aber in typischer Holzzaunlattenoptik.
Concrete fences like this one are also very popular around here. There are about six different styles plus one that looks like wooden stakes.
In Caracal laufen wir Gabriel in die Arme, einem Warmshowers-Gastgeber, der eigentlich in einer anderen Stadt wohnt, aber das Wochenende hier bei seiner Mutter verbringt. Er nimmt uns spontan mit zu deren Häuschen am Stadtrand, wo wir im riesigen Gemüsegarten gerade genug Platz für unser Innenzelt finden. Von diesem Baum hier…
In Caracal, we bump into Gabriel, a Warmshowers host who usually lives in another town but spends the weekend here at his Mom's place. He spontaneously takes us to her house at the edge of town where we find just enough room for our tent in the huge vegetable garden. From this tree...
… gibt es eingemachte Leckereien in Hülle und Fülle, außerdem erzählt uns Gabriel viel über die Geschichte und die Kultur seines Landes, seine Reisepläne und das Leben im Allgemeinen.
… we are fed home-made compôte and bottled sour cherries galore, and Gabriel tells us many interesting facts about the history and culture of his country, his travel plans and life in general.
Am Abend zeigt er uns seine Stadt per Fahrrad. Hier ist zum Beispiel das Nationaltheater…
In the evening, he shows us around his town by bike. Here is the National theatre for example...
… und hier einer der vielen Stadtparks.
… and here one of the city parks.


Gefahrene Strecke: 61 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17,5 km/h
Nachtlager: bei Gabriel und Elena in Caracal (Warmshowers XII.)


Sonntag, 29. Juni:
Abschied von Elena am Vormittag. Gabriel begleitet uns nochmal in die Stadt.
Saying good-bye to Elena in the morning. Gabriel accompanies us into town again today.
Zunächst suchen wir uns ein schattiges Plätzchen, wo Dave seinen mittlerweile dritten (!) Hinterreifen montiert. Ich will ja nicht lästern, aber entweder ist die Qualität von Schwalbe Marathon nicht mehr das, was sie einmal war - oder wir haben jetzt schon zweimal Pech damit gehabt. Normalerweise sollten die Dinger 10 000 Kilometer halten, teuer genug wären sie auf jeden Fall…
First, we look for a place in the shade where Dave puts on his third (!) back tire now. I don't want to grumble but it's either that the quality of Schwalbe Marathon is not as it used to be, or we've had bad luck with it twice now. These things are advertised to hold for 10,000 kilometres - they are expensive enough in any case...
Wieder einmal erweist sich Gabriel als große Hilfe, indem er mich in der Zwischenzeit zum Supermarkt führt und danach ein paar neugierige Zigeunerkinder in Schach hält. Am späten Nachmittag fahren wir gemeinsam zum Bahnhof, denn natürlich kommt so eine private Unterkunft niemals ohne Routenvorschläge, die unseren kompletten Reiseplan auf wunderbare Weise durcheinanderbringen: Gabriels Lieblingsort in Rumänien ist die mittelalterliche Stadt Brașov in Siebenbürgen. Die kürzeste Verbindung dorthin (250 km) ist eine stark befahrene zweispurige Nationalstraße ohne Seitenstreifen durch die Berge - landschaftlich zwar unwahrscheinlich schön, aber für uns zu nervig, wenn wir mit 5 km/h die Serpentinen hochstrampeln und dabei ständig von LKWs bedrängt werden.
Wir verabschieden uns also von unserem netten Gastgeber und nehmen den Zug über Bukarest nach Brașov, wo wir irgendwann nach Mitternacht ankommen, die Fahrräder zusammenbauen und auf Anhieb eine Unterkunft finden.
Once again, Gabriel proves himself very helpful by guiding me to the supermarket in the meantime, and  by keeping some nosy children in check afterwards. In the late afternoon, we ride to the train station together, because of course a private accommodation never comes without route suggestions, which mix up our complete travel plans in this wonderful way: Gabriel's favourite place in Romania is the medieval town of Brașov in Transylvania. The shortest road there (250 km) is a high traffic two-lane highway without any shoulder through the mountains - incredibly beautiful scenery but way to unnerving for us when we're grinding away on the switchbacks with like 5 kph while the big trucks squeeze past us constantly.
We say good-bye to our nice host and take the train via Bucharest to Brașov where we arrive sometime after midnight, put the bikes back together and find a guesthouse right away.


Gefahrene Strecke: 360 km (per Zug)
Nachtlager: Pension Casa Samurai in Brașov (gehört einem Japaner)


Montag, 30. Juni:
Erkundungsspaziergang in Brașov.
Orientational walk in Brașov.
Diese mittelalterliche Stadt gefällt uns auf Anhieb: wunderschön restaurierte Häuser, gemütliche Parks, saubere Straßen und Gehwege, für die man keine gesonderte Versicherung braucht (hatten wir schon seit November nicht mehr!)
We like this medieval town right away: beautifully restored buildings, inviting parks, clean roads and sidewalks that you don't need an insurance for (haven't had that since November!)


Krautwickerl mit gekochtem Schinken und Polenta. Mal wieder ganz was anderes, und sehr schmackhaft!
Cabbage rolls with cooked ham and polenta. Totally different cuisine once again, and very tasty!
Auf dem Stadtplatz gibt es Gokarts und Dreiräder zum Ausleihen. Allerdings nur für Kinder, schade.
In the central square, you can rent go-carts and tricycles. Only for children though, too bad.

Wahrzeichen der Stadt ist die so genannte Schwarze Kirche.
Most prominent landmark in town is the so-called Black Church.
Kurz vor sechs Uhr stellen sich diese Männer vor dem Trompeterturm auf…
Just before six o'clock, these men post themselves in front of the trumpet tower...
… und drei weitere verkünden von oben herab die Uhrzeit.
… and three more announce the time from up above.
Für uns beginnt damit die Stadtführung, und vom Stadtplatz aus gehen wir zunächst zur angeblich schmalsten Straße Europas.
This is when the guided city walk begins, and after the central square, our first destination is the alleged narrowest street in Europe.
Sie wurde gerade breit genug angelegt, dass ein Mann mit zwei Eimern durchpasst (Feuerwehr).
It was built just wide enough for a man carrying two buckets (fire fighters).
Wieder einmal gibt es viele Fragen an uns Teilnehmer, und für jede richtige Antwort gibt es einen Lutscher. Dave trägt seine Trophäen stolz in der Brusttasche.
Once again, there are many questions for us participants, and every correct answer earns you a lollipop. Dave is proudly carrying his trophies in his chest pocket.
Katharinentor.
Catherine's Gate.
Nikolaikirche.
Nikolai church.
Dave entdeckt ein neues Talent ;-)
Dave is discovering a new talent ;-)
Höhepunkt und Abschluss der Tour ist der Blick vom schwarzen Turm auf die Stadt.
Highlight and end of the tour is the view over Brașov from the Black Tower.

Gruppenbild.
Group picture.
Auf dem Rückweg zur Pension bleiben wir noch bei diesen Straßenmusikanten hängen.
On our way back to the guesthouse, we listen to these street musicians for a while.
Abendprogramm: Achtelfinale anschauen, Deutschland gegen Armenien.
Evening program: Watching the round of the last sixteen of the soccer world cup, Germany vs. Armenia.


Dienstag, 1. Juli:
Orgelkonzert in der Schwarzen Kirche.
Organ concert in the Black Church.
Einzigartige Bänke mit Klapplehne, so dass die Besucher der Orgelkonzerte mit dem Rücken zum Altar sitzen.
One of a kind pews with folding backs so that during the organ concerts, the audience is sitting with their backs to the altar.

Im Anschluss an das Orgelkonzert macht uns diese Menschenmenge vor einer Bühne auf dem Stadtplatz neugierig.
After the concert, we are drawn into this crowd in front of a stage on the central square.
Wir verstehen zwar nichts von der Ansage aus dem Lautsprecher, aber plötzlich zünden die Leute rund um uns herum Lampions an und lassen sie in den Abendhimmel steigen…
We don't understand the announcement over the loudspeakers but suddenly, the people all around us are lighting Chinese lanterns and let them rise into the evening sky...

Ein toller Anblick und schöner Abschluss des Tages!
A great picture and a beautiful end of the day!


Mittwoch, 2. Juli:
Als Besucher in Siebenbürgen kommt man um diesen Herrn nicht herum, selbst wenn dieser eigentlich aus der Walachei stammt: Vlad III. Drăculea, dessen unbarmherziger Umgang mit Steuersündern, Einbrechern, politischen Widersachern und ausländischen Angreifern einen irischen Schriftsteller zu der Romanfigur Graf Dracula inspiriert hat.
There's no way you can avoid this gentleman when you're visiting Transylvania, even though he's actually from Wallachia: Vlad III. Drăculea, whose merciless treatment of tax sinners, thieves, political enemies and foreign aggressors inspired an Irish writer to the novel figure Count Dracula.
Der "echte" Vlad III. Drăculea hat nur ein einziges Mal als Gast hier übernachtet, aber trotzdem wird das Schloss Bran als "Draculaschloss" vermarktet. Es kommt nämlich der Beschreibung im Roman zufällig am nächsten.
The "real" Vlad III. Drăculea only ever spent one night here as a guest, but the Bran Castle is still marketed as the "Dracula Castle", simply because it happens to resemble the description in the novel the most.
Innenhof.
Courtyard.
Einer der vielen Fenstersitzplätze.
One of the many window seats.
Geheime Treppe.
Secret staircase.
Gemütlicher Salon.
Cozy salon.
Auf der Dachterrasse.
On the roof top terrace.
Schlafzimmer.
Bedroom.
Wohnzimmer und Kinderspielzimmer. Das Schloss war bis 1948 bewohnt.
Living room and children's play room. The castle was inhabited until 1948.
Waschtisch mit Wasserhahn.
Wash table with tap.


Neben historischen Informationen wird natürlich auch die Beziehung des Schlosses zur Romanfigur Graf Dracula dargestellt, sowie die Entstehung von Vampirgeschichten aus dem alten rumänischen Volksglauben an strigoi.
Apart from historical information, you also get explanations about how the castle and the novel character are related, or how vampire stories derived from the old Romanian belief in strigoi
Auf dem Weg zur Folterkammer…
On our way to the torture chamber...
Beichtstuhl.
Confessional chair.
"Nürnberger Jungfrau".
"Virgin of Nuremberg".
Keuschheitsgürtel.
Chastity belt.
Darstellung der Wasserfolter: Per Trichter wird dem Angeklagten literweise Wasser eingeflößt.
Portrayal of the water torture: The accused gets force-fed with big amounts of water through a funnel.
Streckbank.
Rack.
Schandgeige. Und viele weitere Auswüchse menschlicher Biestigkeit mehr…
"Violine of shame" for quarrelsome women. And many excesses of human nastiness more...
Im 20. Jahrhundert lebte es sich aber eher komfortabel hier; das ist der Motor des Aufzugs von Königin Maria.
In the 20th century, people lived quite comfortably here; this is the engine of Queen Mary's elevator.
Außenansicht.
Exterior view.
Nebengebäude.
Outbuilding.
Die Landschaft im Norden der Karpaten ist sehr lieblich; alles grün, gesprenkelt mit kleinen Dörfern und rundherum Bergpanorama.
The landscape north of the Carpathian mountains is very lovely; everything's green, dotted with little villages and surrounded by the mountain panorama.
Ein paar Kilometer weiter ist die Schlossruine Rasnov, die wir allerdings nur von unten anschauen.
Just a few kilometres down the road, there is the Rasnov castle ruin, but we only look at it from down here.
Uns ist eher nach einem Eis!
We more feel like having an ice cream!


Gefahrene Strecke: 66,15 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20,05 km/h (ohne Gepäck)
Nachtlager: Pension Casa Samurai in Brașov


Donnerstag, 3. Juli:
Wir verlassen Brașov Richtung Westen, fahren also im Norden der Karpaten durch das schöne und saubere Siebenbürgen, wo sich die kleineren Ortschaften durch eine durchgängig bebaute Straßenseite mit bunten Häusern und großen Hoftoren auszeichnen.
We leave Brașov heading west, which means we are riding through beautiful and clean Transylvania just north of the Carpathian mountains, where the smaller towns all have this uninterrupted string of buildings along the road, each of them in a different colour and with a big gate leading into the courtyard.
Am frühen Nachmittag kommt ein Gegenwind auf, der eine gewaltige Gewitterfront in unsere Richtung treibt. Wir finden ein geschütztes Plätzchen in einem Wald, stellen unser Zelt auf und schon fängt es an zu regnen.
In the early afternoon, we're suddenly faced with a headwind that's pushing a mighty thunderstorm towards us. We find a sheltered spot in a forest, and just when we put the last peg into the ground, it starts raining.
Einerseits erleichtert, andererseits enttäuscht, weil wir nur ein Drittel dessen geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatten, machen wir es uns im Zelt gemütlich. Gut, dass wir so viele Sachen zum Zeitvertreib dabei haben!
On one hand, we are relieved to be dry, on the other hand, we are disappointed because we had planned to go three times as far today. We make ourselves comfortable in the tent, glad we're carrying so many things to pass the time!


Gefahrene Strecke: 35,87 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,44 km/h
Nachtlager: in einem Wald bei Persani


Freitag, 4. Juli:
Der Amerikanische Unabhängigkeitstag hat uns persönlich noch nie besonders gejuckt, bis heute. Denn beim Lidl in Rumänien sind Amerikanische Wochen, und da gibt es Erdnussbutter! Nach über vier Monaten der Entsagung feiern Dave und ich also mit Erdnussbutter-und-Marmelade-Semmeln in den Nationalfeiertag der Amis hinein. Unser Beitrag zur Völkerverständigung.
So far, the American Independence Day has never had any personal impact on us - until today. Because there are "American weeks" at the Lidl supermarkets which means they sell peanut butter! After four months of renunciation, Dave and I celebrate into the American National holiday with PB&J sandwiches. Call it international understanding.
Wir hatten schon befürchtet, im Regen weiterfahren zu müssen, aber um 7 Uhr in der Früh wird es endlich still im Zelt - und das Wetter hält den ganzen Tag durch. Gott sei Dank, denn wir haben einige Kilometer von gestern nachzuholen!
We were worried all night that we would have to continue riding in the rain, but at 7 am it finally gets quiet in the tent - and the weather holds up all day. Thank god, because we have to make up for the short ride yesterday!
Die erste Hälfte der Strecke fahren wir auf einer ruhigen Nebenstraße durch kleine Dörfer und zwischen Schafweiden und Getreidefeldern dahin. Die Bauern in dieser Gegend verrichten ihre Arbeit großteils mit der Hand; ganze Familien sind mit Rechen und Gabeln auf Pferdekarren unterwegs, um das vom gestrigen Regen aufgeweichte Heu zu wenden.
The first half of the way, we ride on a quiet rural road through little villages and between sheep pastures and crop fields. Farmers around here do most of their work by hand still; we see whole families going to their grass fields on horse carts, turning the hey upside down after it has been soaked from the rain last night.
Blick auf die Karpaten links von uns.
View of the Carpathian mountains on our left.

Später haben wir leider keine Wahl, wir müssen wieder auf die Nationalstraße. Zumindest haben wir dort fast durchgehend einen etwa 30 Zentimeter breiten Seitenstreifen. Besser als nix!
Um 21 Uhr kommen wir völlig erschöpft in Sibiu an und finden auf Anhieb das Haus unseres Warmshowers-Gastgebers Andrei, bei dem wir leider nicht duschen können und auch nach mehrmaligem "Ich bin müde. Ich glaube, ich würde jetzt gern schlafen gehen" noch nicht erfahren, wo er gedenkt uns unterzubringen, so dass Dave und ich kurz vor Mitternacht schließlich einfach das Zelt unter der Wäscheleine im Hof aufbauen.
Later, we don't have a choice but to continue on the National highway. At least, we've got a nearly continuous shoulder of about 30 centimetres. Better than nothing!
At 9 pm, we finally arrive in Sibiu where we find our Warmshowers host Andrei's house no problem, but unfortunately, we cannot have a shower there and even after several times of us going "I'm tired. I think I would like to go sleep now", he still won't show us where he intends to let us rest our heads so that shortly before midnight, Dave and I just pitch the tent underneath the washing line in the courtyard.


Gefahrene Strecke: 129,5 km (Rekord!)
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18,84 km/h
Nachtlager: bei Andrei in Sibiu (Warmshowers XIII.)


Samstag, 5. Juli:
Dave und ich fliehen in eine Pension, wo in einem Eck hinter der Rezeption bereits zwei andere Fahrräder parken. Die gehören zu Xan und Kiki aus Amsterdam, die von Holland hierher geradelt sind und ihre Reise in Sibiu abbrechen, weil ihnen der Verkehr zu stark ist. Können wir verstehen!
Dave and I flee to a guesthouse where there are already two other bicycles parked in a corner behind the reception desk. They belong to Xan and Kiki from Amsterdam who rode here from the Netherlands but finish their trip now because of the traffic. We can understand that!
Am Abend besuchen wir gemeinsam das Musikfestival am Stadtplatz.
In the evening, we go to the music festival on the central plaza together.


Nachtlager: Pension Happy Day in Sibiu


Sonntag, 6. Juli und Montag, 7. Juli:
Dave und ich gehen zum Bahnhof, um mal wieder Informationen einzuholen. Die Frau am Ticketschalter erweist sich als wenig hilfreich, doch übers Gleis hinweg erspähen wir ein Mädchen mit Fahrrad und Satteltaschen, das offensichtlich gerade auf den Zug wartet. Eine gute Idee! Wir bekommen so einige Tipps und helfen ihr dann, ihr Rad in den Zug zu hieven.
Dave and I go to the train station in order to find some information. The woman at the ticket booth isn't much help but then we spot a girl with a loaded bike on the platform, apparently waiting for her train. What a good idea! We get lots of tips and afterwards, we help her lift her bike into the train.
Lügenbrücke. Die stürzt angeblich ein, wenn ein Lügner darüber geht.
Bridge of Lies. According to legend, it will collapse when a liar steps on it.
Über 90% der Stadtbevölkerung sind rumänisch-orthodoxen Bekenntnisses, aber die Stadtpfarrkirche ist evangelisch. Nur eines der vielen Zeugnisse der Siebenbürger Sachsen, die hier einst in der Mehrheit waren und die Gegend sehr "eingedeutscht" haben.
More than 90% of the city's population belong to the Rumanian-orthodox church but the cathedral is  lutheran. Only one of many evidences that Germans used to be the majority here, "germanizing" the area a lot.
In einer deutschen Buchhandlung (es leben immer noch etwa 2000 Deutsche in Sibiu) decke ich mich mit Lesestoff für den nächsten Abschnitt unserer Reise ein.
In a German book shop (there are still about 2000 Germans living in Sibiu), I stock up on reading matter for the next leg of our journey.
Am großen Stadtplatz spielen Kinder im Springbrunnen.
Children playing in the fountain in the big plaza.

Ratturm.
Turnul Sfatului.
Auf dem Weg zur Unterstadt.
On our way to the lower part of town.
Typische kleine Pension hier.
Typical little guesthouse.
Ach ja: Und die Salami- und Wurstauswahl hier ist einfach mal ein Foto wert. Das wollte ich schon lang machen!
Oh yes: The salami and sausage display here is worth a picture finally. I was going to take one for a while now!


Dienstag, 8. Juli:
Gabriel hat uns bereits vorgewarnt, dass die Mitnahme von Fahrrädern in der staatlichen Bahn nicht so einfach ist wie in der privaten "RegioTrans". Aber nach einer längeren Diskussion mit dem Schaffner, während der er uns mit der Polizei droht, und der Zahlung einer von ihm spontan erdachten Gebühr für Fahrräder kriegt er sich wieder ein und ist plötzlich sogar freundlich zu uns. Depp.
Gabriel has warned us that bringing a bike on the national train isn't as easy as in the private "RegioTrans". But after a lengthy discussion with the conductor, in which he threatens to call the police, and the payment of a bike fee that he makes up spontaneously, he suddenly knows how to smile at customers. Idiot.
Bald ist es vorbei mit dem Bergpanorama, und Rumänien verabschiedet sich bretteleben und mit vielen Sonnenblumen von uns. Also, fast zumindest. Wir fahren nämlich nach Oradea, nur etwa fünf Kilometer von der ungarischen Grenze entfernt.
Soon, the mountain views are gone, and Romania says good-bye to us with a very flat landscape dotted with sunflowers. Well, nearly. We go to Oradea, a town only five kilometres away from the Hungarian border.
Dass ich da nicht früher draufgekommen bin! Im Fernseher läuft das Halbfinale Brasilien gegen Deutschland, und auf B5 aktuell höre ich die deutschen Kommentare dazu. Etwas zeitversetzt, aber wer will sich bei sooo einem Spiel beschweren?
Why didn't I think of that any earlier? The semi-final Brazil vs. Germany is on TV, and I'm listening to the German comments on the homepage of a German radio station. The timing is a little bit off but who would complain about SUCH a match?
Sieben. Zu. Eins. Wahnsinn!!!
Seven. One. OMFG!!!
(I said flippin'. Promise.)


Gefahrene Strecke: 405 km (per Zug)
Nachtlager: Pension Recidency in Oradea


Mittwoch, 9. Juli:
Einer der vielen Stadtparks von Oradea. Es ist wirklich eine schöne Stadt mit vielen prächtig renovierten Häusern. Wir fahren einmal mit dem Rad rundrum und gehen dann Vorräte einkaufen für den Weg nach Budapest. Als ich aus dem Billa rauskomme, ist der blaue Himmel verschwunden und nach wenigen Kilometern Fahrt können wir gerade noch unter ein großes Vordach hechten, bevor es mal wieder Zeit ist für den täglichen Nachmittagsgewittersturm. Ganze 500 Meter haben wir noch bis zur Grenze, aber ich gehe davon aus, dass ich diesen Blogeintrag jetzt posten kann :-)
One of many city parks in Oradea. It's a really nice town with many beautifully restored buildings. We do one full circle take a look before getting groceries for our trip to Budapest (Hungary). When I come out of the supermarket though, the blue sky is gone and after riding only a few kilometres, we just make it under a big roof before it's time again for the daily afternoon thunder shower. As we are only half a kilometre away from the Hungarian border though, I consider this blog post done now :-)


Gefahrene Strecke: 16,65 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 14,94 km/h
Nachtlager: Pension La Mama in Borş, einen halben Kilometer von der Grenze entfernt.

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